Apfel ist nicht gleich Apfel

Äpfel - die Stars unter den Obstarten

22.07.2008 Melanie Kirk-Mechtel

Was Sie schon immer über Äpfel wissen wollten. Ein Überblick über die beliebtesten Apfelsorten, ihre Eigenschaften und ihre wertvollen Inhaltsstoffe.

Der Apfel ist der Deutschen liebstes Obst. Etwa 1,5 Mio Tonnen Äpfel werden jährlich in Deutschland gekauft. Das sind ca. 18 Kilo Äpfel pro Kopf Frischverzehr oder 100 Stück über das Jahr verteilt. (Quelle: ZMP Marktbilanz 2005) Doch Apfel ist nicht gleich Apfel, denn es gibt viele verschiedene Sorten, die sich nicht nur durch Erntezeitpunkt und Aussehen unterscheiden, sondern auch durch ihre verschiedenen Geschmacksrichtungen. So findet jeder seinen ganz persönlichen Lieblingsapfel – von süß über süß-sauer bis säuerlich, von mild-würzig bis herb. Wichtige Gemeinsamkeiten gibt es dennoch: Äpfel enthalten viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe und schmecken einfach köstlich.

Frische Äpfel rund ums Jahr

Die Sortenvielfalt bei Äpfeln ist so groß wie bei kaum einer anderen Obstart. In Deutschland sind etwa 1000 Sorten bekannt (Quelle: Bundesanstalt für Züchtungsforschung), von denen aber nur 30 bis 40 im Handel zu finden sind. Elstar, Jonagold, Braeburn, Gala, Golden Delicious und Idared sind die beliebtesten und bekanntesten unter ihnen. Dies sind zugleich auch die Sorten, die sich in großen Mengen recht unkompliziert anbauen lassen. Aber auch ältere Sorten wie Boskoop oder Cox Orange sind sehr beliebt. Eingeteilt werden die Äpfel auch nach ihrem Erntezeitpunkt in frühe und Herbst- und Wintersorten. Der Delbarestivale beispielsweise wird bereits im August geerntet, während Herbst- und Winteräpfel wie Jonagold, Elstar, Idared, Gala, Cox Orange oder Boskoop im September/Oktober gepflückt werden und dann bis zum Sommer des Folgejahres verfügbar sind. Möglich wird die lange Lagerung durch „kontrollierte Atmosphäre“ in den Lagerräumen. Das bedeutet, dass Lagerluft, Temperatur und Luftfeuchtigkeit ständig und sorgfältig kontrolliert werden. Durch Senkung des Sauerstoffgehaltes und Erhöhung des Anteils an Kohlendioxid in der Lagerluft gelingt es, die Atmung der Äpfel auf völlig natürliche Weise zu verlangsamen und den Stoffwechsel zu reduzieren. So bleiben auch länger gelagerte Äpfel knackig und frisch. Während die frühen Äpfel direkt nach der Ernte gegessen werden können, benötigen die Lageräpfel einige Zeit der Nachreife, um ihr sortentypisches Aroma zu entwickeln. Hier wird zwischen Pflück- und Genussreife unterschieden, zwei Terminen, die Tage bis Wochen auseinander liegen können.

Apfelvielfalt für jeden Geschmack

Die Geschmacksrichtung der verschiedenen Sorten wird durch das Zucker-Säure-Verhältnis der Äpfel bestimmt. Diese hängt aber nicht ausschließlich von der Sorte, sondern auch vom Erntezeitpunkt und der anschließenden Lagerung ab. Zu den säurereichsten Äpfeln zählt der Boskoop mit 11 % Säure, am anderen Ende der Skala stehen Gala und Delbarestivale mit je 4 % Säure. Auch Gloster, Golden Delicious, Idared und Jonagold sind vergleichsweise säurearm. Einen hohen Zuckergehalt hat beispielsweise der Boskoop, zuckerarme Sorten sind Idared und Delbarestivale. Dabei haben sauer schmeckende Sorten nicht zwingend einen niedrigen Zuckergehalt. Der Boskoop zum Beispiel enthält so viel Säure, dass der hohe Zuckergehalt überlagert wird (Quelle: aid infodienst Verbraucherschutz Ernährung Landwirtschaft e.V.). Rund ums Jahr stehen dem Apfelliebhaber also zahlreiche verschiedene Sorten zur Verfügung, sodass für jeden Geschmack und jede Verwendung etwas dabei ist. Wer es eher süß mag, der greift zu Braeburn, Gala oder Golden Delicious, süß-säuerliche Sorten sind Cox Orange, Jonagold, Jonagored oder Shampion und erfrischend säuerlich wird es mit Boskoop, Elstar, Gloster oder Idared.

Äpfel sind gesund und lecker

Welche Sorte auch bevorzugt wird, als kleiner Snack zwischendurch ist der Apfel ideal. Am besten sollte er allerdings nicht geschält werden, da seine wichtigen Vitamine wie Vitamin C zur Stärkung des Immunsystem und B6, das an zahlreichen Stoffwechselredaktionen beteiligt ist, direkt unter der Schale sitzen. Genau wie die Mineralstoffe wie Kalium (reguliert den Wasserhaushalt des Körpers) und Eisen, das wichtig für den Sauerstofftransport im Blut ist. Außerdem enthalten Äpfel Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die einen wichtigen Beitrag für Vitalität und Wohlbefinden leisten. Neben ihrem Einsatz als ältestes und zudem gesündestes Fastfood sind Äpfel Klassiker als Kuchenbelag, Apfelmus oder Kompott, roh im Obstsalat oder gedünstet in deftigen Gerichten. Auch hier gilt wieder: Für jede Verwendung gibt es die geeignete Apfelsorte. Zum Backen eignen sich beispielsweise Sorten, die säuerlich sind und nicht so schnell zerfallen wie Boskoop oder Elstar. Zu Fleischgerichten passen besonders gut aromatische, eher süße oder süß-säuerliche Äpfel wie Gala oder Cox Orange. Probieren Sie’s aus und finden Sie Ihren persönlichen Favoriten im vielfältigen Apfel-Sortiment!

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